Netzwerk für eine optimierte Wundversorgung

Neuorganisation der Pflegeüberleitung im Kompetenznetz Mittlerer Oberrhein wurde bei der AOK Mittlerer Oberrhein dem Fachpublikum vorgestellt.

Mit dem Kompetenznetz möchten wir die beste Versorgung unserer Versicherten mit chronisch und komplizierten Wunden sicherstellen, um die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern, sagt Harald Röcker, Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein. Die zunehmende Zahl von Versicherten mit chronischen Wunderkrankungen war für die Verantwortlichen der AOK Mittlerer Oberrhein Anlass, vor eineinhalb Jahren gemeinsam mit dem Städtischen Klinikum, dem Wundverbund Südwest und der Service GmbH MedNet eine Initiative auf den Weg zu bringen, um ein regionales Überleitungskonzept für die Wundversorgung zu schaffen. Nach zahlreichen Auftaktveranstaltungen mit Ärzten und Pflegepersonal nahm die Idee Kontur an, so dass jetzt die Neuorganisation der Pflegeüberleitung im Kompetenznetz Mittlerer Oberrhein abgeschlossen ist. Bei einer Informationsveranstaltung in den Räumlichkeiten der AOK Mittlerer Oberrhein in Karlsruhe wurde das Wundkompetenznetz vor rund 120 Vertretern der ambulanten Pflegdienste erstmals einem breiten Fachpublikum vorgestellt.

Das von uns geschaffene Kompetenznetz Mittlerer Oberrhein ist ein absolutes Novum und in dieser Form einzigartig in Deutschland, sagt Marc Schmidt, Geschäftsführer von MedNet und fügt ergänzend an: Neu ist vor allem die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Sektoren des Gesundheitswesens, die mit der Wundheilung zu tun haben. Ausgearbeitet wurde das Konzept im Anschluss an den Erfahrungsaustausch von Krankenhausärzten und niedergelassenen haus- und Fachärzten wie Chirurgen, Dermatologen, Internisten, sowie Pflegefachleuten, die auf Einladung der AOK bei verschiedenen Veranstaltungen im Einzugsbebiet Mittlerer Oberrhein zusammenkamen. Denn nur, wenn man so etwas regional macht, ist es erfolgreich. Man braucht die Akteure vor Ort, so Harald Röcker.

Das Kompetenzzentrum Mittlerer Oberrhein ist ein klassisches Case Management Konzept, um die Pflege der Patienten optimal zu gestalten, Sagt Josef Hug, Pflegedirektor des Städtischen Klinikums. Konkret sieht die Arbeit des Kompetenzzentrums die Koordination und Kommunikation aller an der Wundheilung beteiligten medizinischen Einrichtungen sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich vor.

Schnittstelle ist MedNet, wo alle Daten der einzelnen Wundbehandlungsfälle unter Berücksichtigung der Datenschutzrichtlinien zusammenlaufen. Bei dem Zusammenfügen aller Fakten geht es uns darum, die Behandlungsdauer der Wundheilung, die derzeit bei 80 bis 100 Tagen liegt, zu verkürzen, um die Situation de Betroffenen zu verbessern, so Professor Dr. Martin Storck, Direktor des Gefäßzentrums Städtisches Klinikum Karlsruhe. Zudem wolle man die tatsächlichen Kosten, die man momentan noch nicht kenne, ermitteln und nach Möglichkeit reduzieren, so Martin Storck weiter.

Die Einstellung der Daten in das Netz erfolgt feiwillig und kostenfrei für die Patienten, die eine digitale Wunddokumentation erhalten. Anhand der zusammengetragenen Daten soll ein optimiertes Behandlungskonzept für den Einzelfall erarbeitet werden, unter Berücksichtigung modernster Therapieverfahren. Zudem soll ein Qualitätsstandard gesichert, dokumentiert und publiziert werden. Dies setzt allerdings die interdisziplinäre Zusammenarbeit voraus: Es soll ein gesunder Mix zwischen ärztlicher und pflegerischer Versorgung zum Wohle des Patienten entstehen, so Martin Storck. Die Bildung des dadurch entstehenden Netzwerk ist aber nur durch den regionalen Charakter und die freiwillige Teilnahme aller Beteiligten einschließlich der Patienten möglich, so Marc Schmidt.

Derzeit sind 630 Fälle bei MedNet erfasst, Tendenz steigend.